Krankengeschichte 13 - Odyssee einer Borreliose - Teil 2 - Die unerkannte Krankheit von Zecken - Borreliose

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Krankengeschichte 13 - Odyssee einer Borreliose - Teil 2

( Geschichte neu verfasst )

Krankengeschichte Borreliose 13

Odyssee einer Borreliose - Teil 2

1999

Wieder zuhause leide ich unter den täglichen fürchterlichen Schmerzen, bis eines Tages auch noch der Drehschwindel auftaucht. Da Verdacht auf einen Schlaganfall bestand, kam ich per Notarzt wieder ins Krankenhaus. Es war zum Glück kein Schlaganfall, dafür bekam ich 2 Tage später eine Lungenentzündung, dass mit Penicillin behandelt wurde. Die Schmerzen blieben mir erhalten. Auf der Suche nach der Ursache hatte ich dem Arzt über meine Leidensgeschichte erzählt, was er zum Anlass nahm, trotz Lungenentzündung mich wieder in die Psychiatrie einzuweisen. Zwar bekam ich dort weiter mein Penicillin gegen die Lungenentzündung, doch auch die fanden die Ursache für meine Schmerzen nicht und entließen mich nach 14 Tage wieder. So musste ich weiter zu Hause rumvegetieren, denn ein Leben kann man diesen Zustand nicht nennen.

Borreliose Untersuchung im Krankenhaus

2001

Endlich gibt es Hoffnung, denn ein LTT Blutuntersuchung zeigt hohe Werte einer Borreliose Krankheit an. Ein Arzt warnte mich aber gleich vor: Es wird Sie vermutlich kein Arzt auf Grund von hohen LTT Werten behandelten, wenn keine Antikörper nachweisbar sind. In einer Klinik wird ein solcher Test nicht anerkannt, weil die Ihre eigenen Tests machen möchten. In der Klink wurde mir das dann bestätigt. Auf der Überweisung stand auch nichts mehr von Borreliose. Dafür hat die Ärztin mehrer Kortisoninfusionen angeordnet, weil damit die Entzündungen und die Läsionen im Kopf besser werden sollen. Doch die Behandlung wurde gestoppt, weil der Chefarzt aus dem Urlaub kam. Vielmehr entließ er mit der Diagnose "Somatisierungsstörung mit gut gebesserten Zustand". Vielleicht auch mein Glück, denn Kortison soll ja nicht das Beste sein bei einer Borreliose.


2002

Diesmal bin ich in einer Universität Klinik gelandet. Dort rätselten die Ärzte auf einem Untersuchungsbildschirm, was meine Aufzeichnungen des Körpers zu bedeuten haben. Beim Entlassungsgespräch fragte ich den Stationsarzt, was denn die Ursache meines Leidens wäre? Er antwortete, dass außer weißen Flecken im Gehirn nichts Auffälliges gefunden wurde, auch der Borreliose Test im Liquor war ohne Befund. Somit kann man die Borreliose als Ursache ausschließen. Borreliose ist sowieso eine Modekrankheit. Einen positiven LTT- Bluttest, den ich mitgebracht hatte, wollten die Ärzte nicht anerkennen. Nun suchte ich durch eine Borreliose Selbsthilfegruppe einen passenden Arzt, bei dem ich schon 3 1/2 Jahre in Behandlung bin. Zu erst bekam ich 1 1/2 Jahren eine gepulste Therapie per Infusion mit Claforan. Da auch hier keine Besserung kam, anschließend mit einer Rocephin Infusion 4 g am Tag.

2003

Im Winter knickte ich 20 Meter von der Wohnung entfernt plötzlich um und lag 1 Stunde hilflos am eiskalten Boden. Auch hier kam ich ins Krankenhaus, wo ein Wadenbeinbruch festgestellt wurde. Man konnte aber nicht operieren, da der Fuß zu entzündet war. Selbst heute noch ist der Bruch nicht vollständig verheilt. Nun wurde die Behandlung auf Doxyclin Infusionen umgestellt. Da die Leberwerte schlecht sind, forscht der Arzt nach der Ursache. So sind laut Laboruntersuchung die Yersinien positiv, Chlamydien positiv, Hepatitis A positiv, Mykoplasmen positiv, Epstein-Barr Viren (Pfeifferschen Drüsenfieber) positiv, Varicella-Zoster-Virus (Gürtelrose und Windpocken) hoch positiv. Erstmal können die Co Infektionen der Borreliose den Körper zusätzlich schädigen und auch die Werte bei dem Borreliose Test verfälschen b.z.w. keine Antikörper anzeigen. Warum trotz schlechter Leberwerte keine Untersuchung auf Borreliose & Co. durchführten worden sind, ist mir bis heute noch ein Rätsel.


2004

Nach 2 jähriger Behandlung habe ich immer noch eine chronische aktive Borreliose, doch kann ich durch die Antibiotika Behandlung gewissermaßen schmerzfreier Leben als zuvor. Wäre eine frühere Behandlung durchgeführt worden, dann hätte ich nicht schon Schäden an den Gelenken, Nerven, Wirbelsäule, Haaren, Haut und innere Organe. Doch plötzlich hatte ich während einer Antibiotikabehandlung im rechten Auge im Minutentakt einige Lichtblitze. Darauf folgte ein Lichtblitzgewitter. Schnell zur Notfallaufnahme beim Augenarzt, der eine hintere Glaskörperabhebung feststellt. Doch der Zustand wurde durch Antibiotika Infusionen wieder besser.


2005

Es wird eine Labor Untersuchung vom Hausarzt angeordnet um Immunerkrankungen zu überprüfen.


2006

Jetzt bekommen ich wieder Probleme mit der Haut, was der Frauenarzt durch das Anlegen eine Pilzkultur überprüft. Das Ergebnis ist positiv. Zurzeit probiere ich die Therapie von Prof. Dr. med. W. Schardt mit dem Pilzmittel "Fluconazol", da es auch bei einer Neuroborreliose helfen soll. Und in der Tat kann ich auch Verbesserungen feststellen. Alles wird erträglicher und auch die Antibiotika konnte ich schon nach 5 Wochen Fluconazol absetzen. So habe ich die Hoffnung, sogar mal länger als einen Monat ohne neuen Schub zu leben. Wenn man überlegt, das die Borreliose schon seit 20 Jahren bekannt ist, scheint es mir um so ärgerlicher, das mir viel Leid erspart geblieben wäre, wenn die Ärzte mir gleich geholfen hätten und die chronische Borreliose auch festgestellt hätten. Doch leider kam ein neuer Schub zurück, der eine Weiterbehandlung mit Antibiotika erforderlich machte.


2007

Die Stiche an der Wirbelsäule kamen zurück und auch die übrigen Symptome zeigten sich wieder. Mein Hausarzt meint, dass ich doch zusätzlich eine Schmerzbehandlung machen und die Schmerzen akzeptieren sollte, da sie scheinbar nicht mehr weggingen könnten. Außerdem gab er mir ein Schmerzpflaster Fentanol 50 Mikrogramm zu Schmerzlinderung, was aber nicht wirklich half. Durch einen Borreliose Spezialist Dr. Klemann bekam ich den Therapievorschlag (10 Tage) mit Metronidazol 500mg i.v. - 400 mg oral. Und das scheint auch zu wirken, denn meine Schmerzen sind nun von 100 % auf ca. 40 % geschrumpft, in der Hoffnung keinen neuen Schub mehr zu bekommen. Mittlerweile habe ich schon seit 35 Wochen keine Antibiotika mehr gebraucht und auch benötige ich keine Schmerzmittel mehr. Dafür macht mein linkes Bein durch die öfteren OPs Probleme, in dem ich plötzlich nicht mehr auf dem Bein stehen kann. Doch zu früh gefreut, der Schub kam in der 36. Woche wieder zurück. Aber durch die erneute Behandlung mit Metronidazol (10 Tag) i.V. und Zienam i. V. + danach 20 Tage 1 Minocyclin 100 oral morgens und abends wurde es nach 15 Tagen wieder besser.


2008

Nun wurde sogar RTL auf mich aufmerksam, denn die Sendung Punkt 12 bringt eine Reportage über Borreliose, dabei war das Team 7 Stunden bei mir. Gesendet wurde es am 08.05.08 um ca. 12:45 Uhr. Der Redakteur fand meine Tagebuchaufzeichnung sehr interessant, denn Sie wären ein einmaliges Dokument. Mittlerweile habe ich schon eine Veranstaltung organisiert über die Zeckenkrankheiten. Dabei konnte ich sogar Dr. Klemann, Dr. Schlüter und Herr Binnewies als Referenten gewinnen. Doch leider kommt es immer wieder zu neuen Borreliose Schüben. Meine Hoffnung nach einem Besuch bei Dr. Klemann soll wieder das Pilzmittel Fluconazol sein und für die Schwellung eine Creme mit 6 % Tetracyclin.


2009

Im 7- 8 Wochen Rhythmus kommen die Schübe und machen mir das Leben ohne Grund schwer. Wenn die Schübe auftreten, nehme ich 3 x 400g Metronidazol pro Tag und alle 4 Wochen 2 x 100 mg Minocyclin. Damit kriege ich meist die Schübe wieder in den Griff. Wie lange ich die Schübe noch im Griff habe weiß ich nicht, denn ich bin ja schon 67 Jahre alt. Nur eins weiß ich. Sollte ich mal sterben, möchte ich als Todesursache die Borreliose genannt haben, damit jeder sieht, dass man auch von der Borreliose sterben kann. Das ist mein letzter Wille.

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