Krankengeschichte 13 - Odyssee einer Borreliose - Teil 1 - Die unerkannte Krankheit von Zecken - Borreliose

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Krankengeschichte 13 - Odyssee einer Borreliose - Teil 1

( Geschichte neu verfasst )

Krankengeschichte Borreliose 13

Odyssee einer Borreliose - Teil 1

(Anmerkung von Borreliose24: Vor kurzem bekam ich eine Krankengeschichte über die Borreliose, die sage und schreibe 27 Seiten lang war. Der Leidensweg  dieser Frau ging über 37 Jahren (deshalb auch der Titel " Odyssee einer Borreliose), ohne dass Sie die richtige Diagnose bekam. Da die meisten Menschen keine 27 Seiten im Internet durchlesen, habe ich die Krankengeschichte erheblich kürzen müssen. Ich hoffe, dass alle wichtigen Stellen trotzdem erwähnt bleiben.)

Ich bin jetzt 66 Jahre alt, hatte 37 Jahre Borreliose ohne Diagnose leben müssen und bin jetzt, seit ich die richtige Diagnose habe, seit 4 Jahren in Behandlung. Selbst Ärzte meinen, die sich mit Borreliose auskennen, das diese Krankengeschichte veröffentlich und sogar in Hörsälen vor Medizinstudenten vorgetragen werden sollte. Das ich überhaupt überlebt habe, verdanke ich meinen damaligen gesunden Körper, der trotz negativer Prognose von Seiten der Ärzte durchgehalten hat. Nicht alle Menschen, die an Borreliose erkranken, werden so schwer krank, doch sollte die Öffentlichkeit erfahren, was ein Mensch durchmachen kann, der Opfer von Fehldiagnosen bei der Borreliose wird.

Tränen und Schmerz einer Frau wegen der Borreliose

1964

Meine Krankheit begann mit einer plötzlichen Hirnhautentzündung mit über 40 Grad Fieber mit fürchterlichen Kopfschmerzen. Nach 2 Tagen kam noch eine Herzmuskelentzündung dazu, so dass die Ärzte aus dem Krankenhaus mir wenig Überlebenschancen einräumten. Vor allem kannten Sie die Ursache der Krankheit nicht. Zur Vorsorge entfernten Sie mir meine gesunden Mandeln. Geblieben sind weiterhin starke Schmerzen an der Wirbelsäule und eine starke Unbeweglichkeit der Halswirbelsäule mit Fieber um die 38 Grad. Später wurden noch 2 Bandscheibenvorfälle diagnostiziert, die unter Vollnarkose eingerenkt wurde. Wochen später wurde mein linkes Bein tiefblau. Die Ärzte wollte es amputieren, doch ich weigerte mich. Weiter folgen eine Bandscheiben OP und wegen den ständigen starken Schmerzen bekam ich Morphin. Da ich auch noch auf der rechten Seite Bauchschmerzen bekam, wurde mir vorsorglich der Blinddarm entfernt. Da mich zur der Zeit die Ärzte vermutlich abgeschrieben haben, verließ ich die Klinik auf eigene Verantwortung.

1971
Wieder in der Klinik wurde nun die 2 Bandscheiben Operation durchgeführt, gefolgt von einer Kiefervereiterung, die eine Not OP behandelt wird. Die Schmerzen sind mittlerweile so stark, dass ich immer wieder das Bewusstsein verliere.

1972
Durch meine linke Gesichthälfte zieht sich ein blauer Streifen, was man auch Trigeminusneuralgie nennt. Hier wollte ich mein Leben beenden, denn ohne Hoffnung auf Heilung, wollte ich nicht mehr weiterleben. Der Selbstmordversuch schlug fehl und ich wurde im Krankenhaus wieder zurückgeholt. War es Vorsehung oder Schicksal? Doch die schlimmen Schmerzen gehen ungehindert weiter.

1973
In diesem Jahr folgte die 3. Bandscheiben Operation. Wieder eine Hiobsbotschaft von einem Professor. Der meinte, dass sich mein Beinnerv nicht mehr erholen wird. Trotzdem versucht er durch eine Operation sein möglichstes, obwohl ich kein Privatpatient bin. Obwohl ich jetzt 3 OPs hinter mir habe und auch noch ein Korsett trage, die Schmerzen sind geblieben. Mein Körper brauchte ein paar Jahre, um sich von der Blaufärbung meines Beins zu erholen und die Ärzte bezeichneten die Heilung als medizinisches Wunder. Nur die Schmerzen sind in beiden Beinen geblieben.  

1977
Nun bekam ich Bauchkrämpfe und chronische Bauchschmerzen. Als Diagnose stellt der Frauenarzt fest, dass ich ein Myom an der Gebärmutter habe. Da helfe nur die Entfernung der Gebärmutter durch einen Operation, was im Krankenhaus auch durchgeführt wurde. Doch die Schmerzen sind weiterhin vorhanden. 4 Wochen später wurde wieder eine OP durchgeführt, weil diesmal der Darm lose war. Dieser wurde angenäht, was zur Folge hatte, das die Schmerzen zum Glück nachließen. Geblieben sind Narben auf der Bauchdecke, die sich kreuz und quer hinzog.

1978 - 1991
Es wurden keine Angaben bei der Krankengeschichte gemacht

1992
Die Schmerzen wurde so stark wie noch nie, was sich als brennender stechender Schmerz überall ausbreitete. Es scheint, als steht mir das Schlimmste noch bevor. Es wird extrem schwierig, die Krankengeschichte ohne Tränen zu schreiben.

1993
In einem Test im Liquor wurden keine IgG Banden festgestellt. Dafür lautet die Diagnose evtl. Leistenbruch und noch andere Vermutungen zur Wirbelsäule. Im Krankenhaus 3 Wochen später wird der angebliche Leistenbruch operiert. Wobei den Ärzten nicht klar ist, ob es nun Leistenbruch ist oder nicht. Nach der OP werden die Schmerzen so entsetzlich stark, das zuhause angekommen, ich nicht mehr die Wohnung verlassen kann. Es wird von den Ärzten gerätselt, was denn nun meine Schmerzen auslösen. Sind es die Wechseljahre, Depression (was ich durch die Schmerzen auch wirklich habe), oder OP Fehler (doch keiner)? Da nun keiner die Ursache kennt, bekam ich von einen freundlichen Arzt den medizinischen Rat: "Schaffen Sie sich einen Hund an, dann kommen Sie jeden Tag an die frische Luft und sie lernen dabei auch noch Leute kennen". Während ich fassungslos von der Aussage war, war mir nicht noch bekannt, dass noch wesentlich mehr Grausamkeiten und Unverständnis auf mich warten. Ende 1993 begab ich mich noch mal in eine andere chirurgische Klinik. Dort wurden meine beiden Leisten geöffnet, mit dem Befund, dass ich ein Neurom (Nervengeschwulst) habe, das entfernt werden sollte. Ein Neurom soll laut einem TV Bericht, das schmerzhafteste sein, was es in der Medizin gibt. Doch auch nach dem Entfernen des Neuroms blieben die Schmerzen und das Brennen bei jedem Schritt. Als würden Stricknadeln in die Leiste stechen.

1994
Um die Unterbauchschmerzen zu untersuchen, begab ich mich zur Darmspiegelung. Nach dem negativem Befund interpretierte der Arzt mein Weinen vor Schmerzen in etwa so: "Es wird vermutet, das die Lebenssituation maßgeblich an den Schmerzen beteiligt ist". Und das alles nur, weil der Arzt ohne Diagnose dies vermutet? Also muss ich wegen meiner Lebenssituation noch weiter 7 Jahren durch die Hölle gehen. Seltsam? Auch ein Reha-Aufenthalt von 10 Wochen brachte kein Erfolg. Sogar ein Lehrfilm wurde erstellt, um meine seltsame Krankheit zu dokumentieren. So durfte ich in vollem Herzen über meine Beschwerden klagen, doch gebracht hat es auch nichts.

1995
Wieder 8 Wochen Reha Aufenthalt. Doch diesmal bekam ich eines Tages extremer Drehschwindel, so das ich das Gefühl hatte, das ganze Bett drehte sich mit. Doch keiner hatte mich vermisst. Erst die Putzfrau alarmierte den Chefarzt, der aber keine Zeit hatte mit der Begründung (ungefähr): Wir sind hier eine Reha - Klinik und kein Krankenhaus. Wenn Sie nicht aufstehen können sind sie hier am falschen Platz und werden ins Krankenhaus überwiesen.

1996
Nach dem ich wieder weinend beim Hausarzt war, verordnete er mir zur Schmerzbekämpfung 1. eine Psychotherapie und 2. eine ambulante Schmerztherapie. Während die ersten 9 Therapeuten kein großes Interesse zeigten und mich ablehnten, hatte ich beim 10. Therapeuten ein Kennenlerngespräch, das er mit den Worten "Ich behandele eigentlich nur Jugendliche" beendete. Was in aber nicht daran hinderte, unbedingt das Krankenkärtchen zu bekommen, um das Gespräch auch abzurechnen. Zum Glück fand ich noch einen jungen Therapeuten, der aber meinen Schmerz in der unglücklichen Jugend suchte. Doch meine Kindheit war glücklich. Auch die Schmerztherapie mit Behandlung von Spritzen an der Wirbelsäule brachte keinen Erfolg.

1997
Weil es mir wieder so schlecht ging, wurde ich in die neurologische Abteilung eines Krankenhaus überweisen. Es wurde eine Kernspinaufnahme wegen meine Kopfschmerzen, fast Ohnmachtsanfälle, Leistenschmerzen, Rückenschmerzen und Schmerzen in den Armen und Beinen angeordnet. Ich konnte zu dieser Zeit keine 20 Meter zur Toilette gehen und nicht das Gefühl dabei zu haben, ständig zusammen zu brechen. Als der Chefarzt davon erfuhr sagte er in etwa: Ich dachte Sie sind wegen eventuellen Bandscheibenprobleme hier, jetzt muss ich auch noch den Kopf untersuchen. Gefunden wurde eine Stenose (das ein paar Monate später wieder verschwunden war) und eine ausgeprägte Hirnathropie. Die Ablagerungen der Stenose waren vermutlich aus heutiger Sicht verkapselte Borrelien. Aber auch der damalige Borreliose Test im Liquor war ohne Befund. Und so wurde ich wieder entlassen ohne besondere Diagnose und Befund. Nur mein Zustand habe sich halt verschlechtert. Zu Hause wurde ich von einem Zivildienstleistenden versorgt, da es mir so schlecht ging, dass man sagen kann, ich warte hier auf meinen Tod. Mittlerweile habe ich einen Behinderungsgrad von 100%, aber einen Rentenantrag wurde abgelehnt. In einer anderen Klinik mitte des Jahres angekommen, wurde die Diagnose schnell gefunden, die da lautet: Reaktive Depression". weiter Untersuchung sind somit nicht erforderlich. Mein flehen nach Hilfe wird mit den Worten des Chefarzt zurückgewiesen (in etwa): Nehmen Sie die Tabletten gegen Depressionen, dann wird es bald besser, morgen kommen Sie nach Hause. Das war zuviel, so dass ich versuchte, im Keller der Klinik mich umzubringen, ich wurde aber entdeckt, was zur Folge hatte, das ich in die geschlossene Abteilung der Psychiatrie kam. Dort musste ich ein 1/4 Jahr bleiben, mit der Diagnose reaktive Depression und mit Verdacht auf Zönästhesien. Über den Aufenthalt möchte ich nicht sprechen, zu tief sitzen die Erniedrigungen und Beleidigungen während des zwangsweisen Aufenthalts. Die Restbeschwerden von damals nenne ich heute Neurologen - Allergie. ---Ende Teil 1---

Weiter --> Odyssee einer Borreliose Teil 2

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