Krankengeschichte 15 - Endstation Borreliose? - Die unerkannte Krankheit von Zecken - Borreliose

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Krankengeschichte 15 - Endstation Borreliose?

( Geschichte neu verfasst )

Krankengeschichte Borreliose 15

Endstation Borreliose?

Alles begann am 12.04.1990. Bis dort war ich ein Mann, der normal seiner Tätigkeit nachgehen konnte. Zwar hatte ich mal Rückenschmerzen oder eine Erkältung, aber sonst war alles in Ordnung. Bis der Schicksalstag am 12.04.1990 zuschlug. Seit diesem Datum ging mein gesundheitliches Befinden ständig bergab. Bis heute konnte mir keiner richtig helfen. Die Krankheit förderte meinen sozialen Abstieg, den ich genau so schlimm fand wie die Krankheit selbst. Mittlerweile bin ich Rentner und habe die ersten 17 Jahre dokumentiert. Da mir ehe keiner helfen kann, hatte ich auf weitere Aufzeichnungen nach den 17 Jahren verzichtet.

Arzt mit Stethoskop bei einer Untersuchung

1990

Es begann mit leichtem Fieber, Schüttelfrost, Herzrasen, Kopfschmerzen, Übelkeit, schwere Schwindelattacken und starkem Schwitzen, so dass mich der Notarzt in Krankenhaus einliefern ließ. Die Diagnose lautet: Neuronitis vestibularis rechts. Das Labor gab folgenden Befund: Triglizeride 458, BSG 5/10, Leukozyten 12200, Kalzium 2,62 alles andere ohne Befund. Die Behandlung sah wie folgt aus: 3 x 1 Tablette Vasomotal und Psyquil-Supp sowie Infusionstherapie mit Dusodril und Expafusin 7 Tage lang. Ohne wesentliche Besserung wurde ich nach 7 Tagen entlassen. Dafür bekam ich noch weitere Symptome wie kribbeln im Gesicht und Nackenschmerzen. Außerdem hatte ich durch den salzigen Geschmack im Mund enormer Durst, was dann mit ständigem Wasser lassen verbunden war und auch zittrige Hände.  


Es begann ein Ärztemarathon mit unterschiedlichen Internisten, einem neuem Hausarzt und auch einem Heilpraktiker. Selbst Wünschelrutengänger holte ich mir ins Haus. In kürzester Zeit verlor ich auch 20 kg Körpergewicht. Viele Untersuchungen wie Magenspieglung, EKG, Darmspiegelung, EEG und andere brachten nicht zu Tage, was mir wirklich fehlte.

1991

Im Jahre 1991 wurde noch eine Infektion mit Candida albicans sowie eine Überfunktion der Schilddrüse festgestellt. Allerdings war an Arbeit nicht mehr zu denken. So bekam ich Todesangst, weil ich das Gefühl hatte umzukippen und mich dann niemand findet. Deshalb blieb ich zuhause und bewegte mich maximal im Garten oder vor dem Haus. Daher beschränkte sich mein Lebensinhalt im Nichtstun.


1994

Neue Hoffnung bekam ich durch eine Sendung im Fernsehen, bei dem ich einen Arzt entdeckte, der mir vielleicht helfen kann. Zu dem ging ich am 29.11.94 und erklärt Ihm meine Symptome. Der vermutet aufgrund meiner Beschwerden eine Borreliose. Mit folgendem Laborergebnis: Candida Antikörper 1:320, Borrelia Westernblot IgM p41, Borrelia Westernblot IgG p18, p20, p29, p34, p41. Darauf wurde mir 10 Tage lang Doxycyclin 200 verschrieben. Die Tabletten scheinen zu helfen, denn zum ersten Mal ging es mir ein bisschen besser.


1995

Es wurde 1995 eine neue Blutuntersuchung durchgeführt mit dem Ergebnis: Borrelia Westernblot IgM p41 und Borrelia Westernblot IgG p18, p29, p34, p41. Daraufhin bekam ich noch mal 20 Tage das Doxycyclin, worauf es mir wieder besser wurde. Leider hielt das nicht so lange an, so dass ich bald darauf ins Krankenhaus kam. Mittlerweile haben sich zu den bisherigen Symptomen auch noch neue Beschwerden hinzugesellt, auch die Gelenke in den Knien, Schulter und Füßen schmerzten sehr. Dazu noch das Kribbeln in den Zehen und Fingern und der oberen Gesichtshälfte. Durch die Schmerzen konnte ich nicht mehr richtig gehen. Selbst die Tabletten und Spritzen helfen nicht. Außerdem bekam ich dauernd Durchfall und ein Ekzem, das fürchterlich juckt und vom Hodensack bis zum Darmausgang sich verbreitet hat. Eine Pizinfektion konnte ausgeschlossen werden. Am Ellenbogen und an den Knien kamen noch Schuppenflechten hinzu. Da die auch eine Borreliose vermutet und eine lange zurückliegende Yersinien Infektion sahen, bekam ich 5 Wochen lang Doxycyclin 200. Durch die Tabletten ging es ständig weiter bergauf mit meiner Gesundheit.


1996

Leider landete ich schon wieder im Krankenhaus. Diesmal wurde eine Kernspinuntersuchung durchgeführt. Die kamen zum Befund, dass ein ausgedehntes Sinusitis Maxillaris und ethmoidalis bei der Stirnhöhle Hyperplasie vorliegen soll. Bei einer Liquorpunktion wurde festgestellt: Oligoklonale IgG ohne spezifische Banden nachweisbar. Auch das Labor fanden alle Befunde unauffällig außer Masern, IgG und IgM. Auch sonst wurde noch einiges gefunden, doch auch diese Ergebnisse halfen mir nicht weiter.


1998

Drei mal dürfen Sie raten wo ich gelandet bin. Diesmal war ich im Krankenhaus wegen starken Schmerzen im Rücken und Schienbeinen. Das Laufen war nur noch mit Krücken möglich. Die Diagnose lautet diesmal: Spondylarthritis bei Verdacht auf rheumatische Erkrankung mit ISG Affektion rechts. Unklare chronische rezidivierende Diarrhoe und unklare Gelenkschwellung MCP. In der Neurologie fand man eine Laseque rechts, wobei eine Parese nicht gefunden wurde. Außerdem Verdacht auf Polynasie als möglich Markscheidenschädigung.


1999

Diesmal wendete ich mich bei der Behandlung an einen Borreliose Spezialist. Folgendes wurde Positiv festgestellt: IgG 1:80, IgM positiv, 83 KD Protein, 41 KD Flagellin, 39 KD Protein der Rest negativ. (Was als Behandlung erfolgt, wurde nicht beschrieben).


2001

Mehrere Untersuchungen folgten in der Neurologie (wegen neurologische Ausfälle), beim Röntgenarzt und beim Rheumatologen. Diagnose: Psoriasisarthropathie und HWS, BWS, LWS Syndrom. Die Verschriebene Medikamente Tramal und Celebrex helfen bis Mitte Mai ganz gut, aber danach musste ich wieder ins Krankenhaus. Ich hatte starke Schmerzen besonders in der Lendenwirbelsäule und in allen Gelenken. Jeder Druck auf das Schienbein tat höllisch weh. Somit blieb mir nichts anderes übrig, als an Krücken zu laufen. Zusätzlich stören die Beschwerden ganz gewaltig, die ich seit 1990 wie Schwindel, Angstzustände oder Übelkeit immer wieder habe. Neuerdings wirkt der Oberschenkel wie betäubt, wobei das nicht immer ist. Der Rücken fühlt sich so an, als ob jemand ein Nagelbrett draufdrückt und brennt wie Feuer. Diagnose diesmal: Coccygodyne, Adipositas, Psoriasis vulgaris allerdings wurde bei einer Zintigrahie keine Gelenkentzündung festgestellt. Aus dem Krankenhaus entlassen gehe ich nun zum Internisten in Hannover. Eine Blutuntersuchung ergab IgG AK > 1200 und Westernblot IgG p34, p39, p41 und IgM alles negativ. Ich vermute mal, dass es dieselbe alte Geschichte mit der Borreliose ist, da eine Neuinfektion ich ausschließen kann. Ich lasse mich im Krankenhaus 2 Wochen lang intravenös mit Claforan 3 x 2g täglich und danach zuhause mit 2 x 4 g wöchentlich behandeln. Außerdem muss ich jetzt beim medizinischen Dienst der Krankenkasse antreten.


2002

Wieder im Krankenhaus lasse ich mich noch mal mit Claforan 3 x 2g täglich und zuhause mit 2 x 4 g wöchentlich behandeln.


2003

Im Jahre 2003 war ich beim Röntgenarzt und bei einem Schmerztherapeuten, leider ohne Erfolg. Zudem wurde auch von der Krankenkasse die Immunglobulinen Behandlung abgelehnt.


2004

Zuerst ging ich zum Orthopäden, dann zum Facharzt für Neurologie und Psychiatrie, dann zum Internist, zum Röntgenarzt und zum Nervenarzt. Außerdem startet eine neue Infusionsreihe mit Claforan täglich 2g. Bei der letzten Infusion (Abbruch) musste ich mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht werden. Starke Schmerzen an der LWS, den Beinen, Unterarme und Beckenkranz. Die verabreichen mir im Tropf Schmerzmittel und bekomme noch zusätzlich Spritzen gegen die Schmerzen. Nach Tagen lassen die Schmerzen nach, so dass ich aus dem Krankenhaus entlassen werde. Als Diagnose nannten Sie Verdacht auf eine flüchtige Myositis unklarer Genese, außerdem wird eine Lyme Borreliose im 1. Stadium vermutet. Ich nehme daraufhin Doxycyclin 200 für 20 Tagen. Danach komme ich in die Rehaklinik für 3 Wochen.


2005

Nun habe ich einen Termin bei einem Schmerztherapeut. Dieser behandelt mich mit Morphin, das nach 14 Tagen wieder abgebrochen musste, weil ich zu starke Verstopfung bekam. Danach weiter mit Polamidon, das ich aber von selbst dann abgebrochen habe. Ich will nicht mein Leben mit Polamidon verbringen. Da sind mir sogar Schmerzen lieber. Ich bekam 3 x täglich ca. 30 Tropfen vom Polamidon, was ein Gefühl machte wie vom davonfliegen. Jetzt machte ich beim Internist einen Borreliose Blutuntersuchung. Die Werte: IgG AK Elisa 580, Westernblot IgG p34, p39, p41, IgM AK Elisa negativ, IgM p39, p41. Daraus folgt eine Behandlung von 20 Tagen mit Doxycyclin. Der Hausarzt lehnte eine Behandlung mit Claforan aber ab.


2006

Wird eine Darmspiegelung beim Internisten angeordnet, weil ich einen Blähbauch, Bauchschmerzen und Stuhlunregelmäßigkeiten hatte. Ein Zökumpolypenknospe wurde entfernt und die Wiederholung alle 3 Jahre angeordnet. Wegen Schmerzen an Rücken und Hüften bin ich beim Röntgenarzt, der eine beginnende Coxarthrose feststellt und einen Verdacht auf Borreliose ausspricht. Ende des Jahres gab es noch eine neurologische Untersuchung weil ich Taubheitsgefühle an den Beinen und starke Schmerzen verspürte. Als Diagnose gab er an: Wurzelkompressionssyndrom L5 rechts. Auf Krücken und mit sehr starken Schmerzen gehe ich nun zum Orthopäden. Der verordnet mir Zäpfchen, Spritzen und Tabletten, so dass ich nach 14 Tagen eine Besserung spürte und wieder einigermaßen laufen konnte.


2007

Zu Beginn des Jahres sind die Schmerzen wieder unerträglich, so dass ich zum Hausarzt gehe. Dieser verschreibt mir Tramadol 300, was die Schmerzen bisschen besser werden lassen. Meine Frau fragt sich auch manchmal, ob das jemals besser wird. Ob wohl im April die Schmerzen wieder rasend werden, verzichte ich auf einen weitern Krankenhausaufenthalt, weil ich die Tabletten auch zu Hause einnehmen kann. Doch das Allgemeinempfinden geht langsam den Bach runter. Deshalb verschreibt mir mein Hausarzt wieder Doxycyclin 200. Die Wirkung des Doxycyclin ist lang nicht mehr so wie beim ersten Mal, aber damit wird es wenigstens besser. Meine Aufzeichnungen enden hier, da ich keine Hoffnung habe, dass mir jemand von den Ärzten helfen kann. Ich warte die weiteren Ereignisse ab, die noch kommen werden. Ich versuche mit Entspannungsübungen und Suggestionen mir das Leben positiv zu gestalten. Manchmal sind die Symptome so schlimm, dass ich abends denke und bete, dass ich doch bitte einschlafen und nicht mehr erwachen möge. Trotz allem hoffe ich eines Tages gesund zu werden und wieder arbeiten zu können. Mein Trost bei dieser schweren Krankheit war immer meine Familie, ohne die ich es vermutlich nicht ausgehalten hätte.

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