Krankengeschichte 21 - Borreliose ohne Zeckenstich? - Die unerkannte Krankheit von Zecken - Borreliose

Borreliose 24
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Krankengeschichte 21 - Borreliose ohne Zeckenstich?

( Geschichte neu verfasst )

Krankengeschichte Borreliose 21

Borreliose ohne Zeckenstich?

Wie aus heiterem Himmel bekam vor 2 Jahren, als ich im Auto unterwegs war in der linken Gesichtshälfte ein kribbelndes Gefühl, ähnlich wie vom Ameisenlaufen. Die Beschwerden wurden immer schlimmer, sodass nach kurzer Zeit die gesamte linke Gesichtshälfte betroffen war. Ich vermutete, dass ich ein Schlaganfall bekommen werde und hatte große Panik. Doch zum Glück gingen die Beschwerden nach längerem Warten wieder weg, sodass ich nach Hause fahren konnte. Das war allerdings nur der Anfang einer Odyssee, denn keiner meiner vielen besuchten Ärzte konnte mir sagen, an was ich leide. Mein Hausarzt schickte mich zum Kardiologen, der aber ohne Befund war. Zudem bekam ich jetzt auch noch seltsame Hautrötungen an der Schläfe und am linken Knöchel.

Borreliose Gefahr durch Zecken im Wald

Ich erinnerte mich wieder, dass ich vor einem Jahr einen Mückenstich hatte, wo sich eine Wanderröte zeigte. Damals wurde ich mit Cephalosporine für 2 Wochen behandelt. Vielleicht war meine Borreliose von damals noch nicht ausgeheilt und fragte deshalb meinen Hausarzt, ob vielleicht die Borreliose wieder ausgebrochen ist. Er antworte mir, dass die Behandlung doch ausreichend war und mir keine Sorgen machen brächte, weil die Borreliose sicher ausgeheilt ist. Auch andere Fachärzte wie z. B. Neurologe, Orthopäde, Dermatologe, HNO, Angiologe, Psychologe und sogar der Zahnarzt waren sich einig, dass meine Beschwerden mit Sicherheit nicht von einer Borreliose herstammte. Auch eine Borreliose Test (ELISA) war nur grenzwertig und der Western Blot Test wäre laut den Ärzten auch nicht deutlich positiv.

Dafür wurden die Beschwerden öfters mal so schlimm, dass ich in der Zeit 4 Mal in die Uni Klink mit dem Notarztwagen gebracht wurde, wegen Verdacht auf Schlaganfall bzw. Herzinfarkt. Beim Psychologen bekam ich aber eine Diagnose, denn er meinte, dass ich an Depressionen leide, die durch ein Burn-Out-Syndrom entstanden sind. Zurück zum Hausarzt erklärte er mir, dass die Diagnose wohl hirnrissig sei, weil er keinen so agilen und coolen "Burn Outer" kenne wie mich. Also gingen wir die Symptome der letzten 2 Jahre noch mal genau durch, worauf er dann doch vermutete, das es sich um eine Borreliose handeln müsste. Doch der neue Borreliose Test (ELISA) war wieder nur grenzwertig.

Auch der Suche nach einem Arzt, der endlich meine Beschwerden richtig behandelt, bekam ich den entscheidenden Tipp von meiner Frau, die mir den Internisten in Friedberg Dr. Thiriot empfahl. Dieser Arzt untersuchte mich dann auch sehr gründlich und machte einen LTT-Test. Das Ergebnis der Blutuntersuchung war eindeutig. Ich habe Borreliose im akuten Stadium und das bei gleich 3 verschiedenen Borrelienstämme. Um diese Borrelien richtig zu bekämpfen, schlug er mir vor, es mit Clarithromycin, Metronidazol und Doxycyclin zu versuchen. Leider hatte ich schon mal Probleme mit Doxycyclin, sodass ich es erst einmal mit den 2 anderen Medikamenten hochdosiert versuchen wollte. Nach 4 Wochen war der Erfolg ernüchternd. Nach einer gewissen Wartezeit zeigte der neu durchgeführte LTT-Test alle 3 Borrelienstämme wären immer noch aktiv. Also führte ich beim meinem Hausarzt ein Allergietest durch, um meine Reaktion auf Doxycyclin zu testen, was sich aber nur als harmlose Reaktion auf Licht herausstellte. Deshalb habe ich jetzt eine Therapie mit hoch dosiertem Doxycyclin (oral) begonnen, das ich 4 Wochen nehme. Ich bin gespannt, ob mir das hilft.

Nach meiner Erfahrung habe ich folgende Dinge festgestellt:

  • Viele Ärzte kennen sich nur wenig bis gar nicht mit der Borreliose aus. Das sah ich nicht nur bei mir, sondern ich kenne einige Personen, die den Glauben an der Medizin durch Fehldiagnosen und die falsche Behandlung (bzw. keine Behandlung) verloren haben. Die Frage, wo ich mir stelle ist, wie viel Menschen alleine in Deutschland als Psychosomaten oder Hypochonder abgestempelt werden, obwohl sie eigentlich an einer Borreliose leiden? Was sagt es aus, das ein Test grenzwertig ist, wenn die Tests nicht standardisiert sind? Auch der Umstand, dass viele Krankenkassen den LTT-Test (ca. 180,-- Euro) nicht übernehmen, ist bei so einer gefährlichen Krankheit unverständlich. Tipp: Nach einer Anfrage an meine Krankenkasse hatte ich die Hälfte der Kosten des Tests erstattet bekommen, weil dies für die Kassen eigentlich preiswerter ist, als wenn sie die Untersuchungskosten für MRT, CT oder Notarztkosten bezahlen würden.


  • Der Glaube, dass nur Zecken die Borreliose übertragen können, wäre durch meinen Fall schon widerlegt, denn meine Wanderröte war eindeutig von einem Mückenstich. Auch verwirrt eher der Hinweis, dass es Risikogebiete gibt, denn die Borreliose kann durch Zecken (oder auch Mücken?) in ganz Deutschland übertragen werden.


  • Wer Jäger, Reiter, Angler, Landwirt, Hundebesitzer, Förster oder auch sonst sich viel in der Natur aufhält, sollte unbedingt genau auf Stiche achten oder besser noch vermeiden. Ein kleiner Stich kann große gesundheitliche Folgen haben.


  • Denn Arzt Dr. Thiriot aus Friedberg (Hessen) kann ich bedenkenlos empfehlen. Meiner Meinung nach hat er sich wirklich sehr mit der Krankheit Borreliose befasst und kennt sich bestens damit aus.


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