Krankengeschichte Borreliose 24 - Der Weg zur richtigen Therapie? - Die unerkannte Krankheit von Zecken - Borreliose

Borreliose 24
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Krankengeschichte Borreliose 24 - Der Weg zur richtigen Therapie?



Krankengeschichte Borreliose 24

Der Weg zur richtigen Therapie?

Sie beginnt etwa Mitte 2009, womöglich aber schon etwas früher. Denn nachdem, was ich in den letzten Tagen über Borreliose in Erfahrung gebracht habe, kann ich nicht ausschließen, dass mich frühere Erkrankungen bereits durch die Borreliose gebeutelt haben. Genauso wahrscheinlich ist es, dass ich die Erkrankungen so oder so bekommen hätte.

So hatte ich vorher und zwischenzeitlich diverse Scheidenpilze, die trotz Behandlung über Wochen nicht weggingen, eine Helicobacter-Infektion (verantwortlich für viele Magenbeschwerden) und eine HPV(Humane Papillomviren)-Infektion (verursachen u.a. Gebärmutterhalskrebs).

Frau leidet an einer Borreliose

Zwischen Frühling und Sommer habe ich mich zweimal zum Orthopäden begeben, um zu klären, wo meine Schmerzen im Steiß-/LW-Bereich herkommen könnten. Diese Schmerzen waren meist um meine Regel zu verzeichnen. Symptome dieser oder anderer Art im Zusammenhang mit der Periode waren mir bislang unbekannt.
Die Diagnose wurde wohl eher auf Verdacht gestellt: Spondyl-Entzündung oder Lumbalsyndrom. Die Medikamente, die ich bekam, habe ich schlecht vertagen (früher konnte ich alle möglichen Medikamente futtern und bekam überhaupt keine Nebenwirkungen; gut - das kann auch mit dem Alter zusammenhängen) und geholfen haben sie nicht. Ich bekam einen erneuten Termin für Schichtaufnahmen im MRT (Magnetresonanztomographie, in der Röhre).
Das Ergebnis war sehr zufriedenstellend, denn ich habe mit 38 Jahren eine Wirbelsäule, über die sich eine 19jährige freuen würde. Bei meinem Problem brachte mich das zwar nicht weiter, aber ich erhielt noch ein weiteres Medikament zum Ausprobieren. Das würde ganz sicher helfen. Ich befand mich während der Einnahme auf Lehrgang und es ging mir in der Zeit gar nicht gut, da ich auch dieses Medikament nicht gut vertragen habe. Einmal musste deswegen der Notarzt anreisen. Jedenfalls war diese Medikation auch nicht hilfreich.

Im November 2009 bekam ich eine Virusgrippe. Danach waren meine Beschwerden beständig, nicht nur vor oder während meiner Regel, sondern fast täglich vorhanden und zusätzlich schmerzten meine Knie und die Hüfte. Außerdem stellten sich weitere Symptome ein, wie geschwollene und schmerzende Hände und Füße, eingeschlafene Hände und Arme, depressive Verstimmung, Schlafstörungen, Erschöpfung, Antriebslosigkeit, Müdigkeit … . Mein Hausarzt verordnete u.a. Prednihexal, Ibu 800 retard, Indomet retard 75, Arcoxia 90mg, und noch einige andere Sachen in der Art, die ich aber nicht kaufte, da es mir von diesen Medikamenten sehr schlecht ging (Herzklabastern, Puls- und Blutdruckschwankungen, Schwindel und Benommenheit).

Meinem Hausarzt wurden meine Symptome zu konfus und er ließ mich einen Borreliose-Test (Borrelien-Ak IgG/EIA und IgM/EIA und IgG-Immunoblot und IgM-Immunoblot - so steht es auf der Laborrechnung) machen, der dann auch positiv ausfiel.
Leute was war ich diesem Doc dankbar! Hilfe naht! Nur drei Wochenlang das Antibiotika (Doxycyclin 200) einnehmen und alles ist Geschichte. Ich hatte dann erstmal über die Einnahme hinaus etwa sieben Wochen lang Durchfälle. Meine größte Befürchtung war, dass das Medikament deshalb gar nicht richtig anschlagen könnte. Aber mein Doc war diesbezüglich ganz entspannt. Die Durchfälle ließen sich dank Imodium endlich aufhalten. Und schon bald würde es mir insgesamt wesentlich besser gehen. Das war dann natürlich nicht der Fall. Die Borreliose war ausgeheilt, oder besser gesagt: aus ärztlicher Sicht "austherapiert". Bloß, wie sollte es nun weitergehen.

Meine Schmerzen sind nach wie vor da und ich fühle mich zu jung, um für den Rest meines Lebens damit leben zu müssen. Ich bat um einen Rat, um einen Borreliose-Spezialisten oder eine Schmerzklinik oder etwas in der Art. Somit wurde ich in die Neurologische Fachklinik verwiesen. Dort piekste man mir allerhand Nadeln in die Haut von Kopf, über Hände bis zu den Füßen und ließ mich unter leichten Stromstößchen zucken. Normalbefund. Das Schöne daran ist ja, dass ich vollkommen gesund bin. Ich bin vollkommen gesund! Selbst die normalen bis größeren Bluttests ergeben immer wieder, dass ich in Topform bin. Ich bat meinen Hausarzt um einen erneuten Borreliose-Test nach Ablauf von drei Monaten. Dieser fiel negativ aus, wenn ich meinem Hausarzt glauben schenken darf. Nachtrag vom 07.Nov. 2010: Da ich mir da aber nicht mehr so sicher bin, werde ich die Laborergebnisse erbitten. Vielleicht sieht ein anderer Arzt die Ergebnisse mit anderen Augen.

Das lässt mich vermuten, dass ich Hypochonder bin. Ich rede deswegen schon gar nicht mehr über meine Beschwerden. Das ist mir zu peinlich. Ich bin gestresste Mutter von zwei kleinen Kindern, mit doppelter Belastung wegen Beruf und Familie, psychisch überbelastet, depressiv und Hypochonder. Ich frage deshalb meinen Doc, ob ich eine Mutter-Kinder-Kur haben kann. Das leite ich dann auch alles selbst in die Wege und befinde mich innerhalb kurzer Zeit in Mutter-Kind-Kur für drei Wochen. Ich bin dort etwas unzufrieden, da ich mir mehr davon versprochen habe. Das Programm dort war etwas eingeschmolzen, weil in Westfalen im dicksten Winter nur noch sieben andere Frauen die Idee hatten eine Kur zu machen. Und weil ich nicht am Abreisetag, sondern bereits am Vorabend abgereist bin, hat die Kurärztin mir Incompliance (eigenmächtiger Therapieabbruch) als Ursache meiner Misserfolge bescheinigt und einen ziemlich giftigen Entlassungsbericht geschrieben.

Wieder zuhause war ich schon deutlich erholter und ich hatte gute Ideen, um mehr für mich zu tun. Ich gehe seither ein bis zweimal pro Woche walken und belege Gymnastik-Kurse (Rückengymnastik, Pilates und Aroha) in unserem Physiohaus in Wallertheim. Da mir das nicht hilft, aber auch nicht schadet, mache ich weiterhin Aroha, Pilates und Walking. Mein Rücken ist ja erst 19, deshalb habe ich mit der Rückengymnastik aufgehört. Meine Symptome werden schlimmer, zumindest gefühlsmäßig. Womöglich ist es aber auch nur eine Art Erschöpfung, da permanente Schmerzen und Unwohlsein unzufrieden machen. Da ich gerne Rotwein trinke, merke ich bald, dass ich jedes Mal einen Riesen Kater bekomme, trotz geringer Mengen. Auch Weißweinschorle oder Bier in geringen Mengen lassen mich Schlafwandeln und am nächsten Tag weiß ich nichts davon. Die Freude an der abendlichen Entspannung bei einem Gläschen lässt ziemlich schnell nach. Seit Juni 2010 trinke ich fast keinen Alkohol mehr und habe auf Alkoholfreies umgeschwenkt.

Da sich meine Schmerzen im unteren Korpus befinden und dort ein Fremdkörper ist, entschließe ich mich für die Entfernung der Spirale. Der Schmerz könnte gut damit in Zusammenhang stehen, denn der Schmerz kam wenige Zeit nach dem Einsetzen. Mein Gynäkologe kann den Zusammenhang zwar nicht ausschließen, ist aber von meiner Theorie nicht wirklich überzeugt. Mein Mann und ich sind uns jedenfalls einig, dass wir künftig anders Verhüten und er entschließt sich zu einer Vasektomie. Geholfen hat es nicht. Und eigentlich brauchen wir auch gar keine Verhütung. Ich habe sowieso keine Lust mehr.

Eine Freundin hat mir einen Link aus dem Internet geschickt, dort berichtet ein Borreliose-Patient über seinen Erfolg beim Heilpraktiker. Also gehe ich zum Jo Skibbe und erzähle mein Problem und über Behandlung mit Nosode. Damit kennt er sich zwar nicht aus, aber er ist sicher, dass er mir auch mit der Homöopathie helfen kann. Mir geht es auch irgendwie besser, aber meine Schmerzen und sonstigen Beschwerden nehmen weiter zu. Darüber reden tue ich immer weniger (weder mit meinem Hausarzt noch mit Mann oder Freunden), weil sich diverse Symptome häufen.    
Jetzt hat mein Doc noch etwas auf Lager. Man stelle sich vor: dieser nüchterne Arzt, der weiß, dass nur ein klar denkender Arzt mit echten Medikamenten helfen kann, schickt mich zur Physiotherapie Plaumann nach Wörrstadt. Auch diese Behandlung (u.a. Energietherapie) tut mir richtig gut. Ich mache das nun schon über 18 Sitzungen. Ich gehe da gerne hin, weil sie mir gut tut und ewig am Quatschen ist. Die ist echt nett und hat es fachlich drauf.

Heute ist der 03.November 2010. Ein Jahr ist vergangen und mit der Grippe im letzten November bin ich jetzt ein Jahr im Krankenstand. Im April 2010 habe ich ein Umsetzungsersuchen an meine Dienststelle geschickt, um einen Dienstposten in der Nähe zu bekommen. Ferner habe ich mich um einen Telearbeitsplatz beworben. Darauf folgte ein Präventionsgespräch mit meinem Dienstherrn. Bisher wurde keine meiner Bewerbungen berücksichtigt. Man hat allerdings scheinbar Verständnis und will mir helfen. Mein Antrag auf Telearbeit wurde jedoch zwischenzeitlich abgelehnt. Derweil warte ich auf die Ladung beim Amtsarzt.

Mein Mann brachte mir vor wenigen Tagen eine Zeckenzeitung aus dem Kindergarten mit. Darin habe ich ein wenig gelesen und ein paar Links im Internet angeschaut. Alles recht interessant, aber Lösungen habe ich keine gefunden. Dann habe ich einmal selbst gegoogelt und bin auf die Seite www.borreliose24.de gestoßen. Ich finde den Aufbau der Seite schon mal recht gut und stöbere seit ein paar Abenden darin. Ich finde Links und weitere Links und lese und informiere mich. Therapiemöglichkeiten scheint es zu geben, wenn auch nicht in meinem Umkreis.
Mit meinem neuen Wissen gehe ich enthusiastisch genug zu meinem Hausarzt, um seine Meinung zu erfragen und in der Hoffnung auf Unterstützung. Also erzähle ich ihm von den Symptomen, wie Vergesslichkeit, Desorientierung, Bewusstseinsstörungen, Wahrnehmungsstörungen, Schwierigkeiten beim Denken, Konzentrationsschwierigkeiten … , sowie vom Borreliose Centrum Augsburg.   

Jetzt weiß ich, was ich wohl bereits geahnt hatte und besser über meine Krankheit schweige. Er erzählte mir etwas in der Art wie: mein Simulieren könne ich mir nur deswegen erlauben, da ich im Staatsdienst sei. Jeder Andere in meiner Situation würde sich das gar nicht trauen. Er verlässt den Raum ohne weiteren Gruß, nicht ohne noch zu erwähnen, dass ich sehr vorsichtig sein müsse, da man mir in meinem Zustand die Kinder wegnehmen könne.

Aber wenn er mich für plemplem hält, warum bietet er mir nicht an, zum Psychiater zu gehen. Ich habe mich eh schon gefragt, weswegen er mir keine weiteren Therapiemöglichkeiten eröffnet.

Ich gehe dementsprechend motiviert nachhause und meine Recherchen laufen auf Hochtouren.
Auf der Seite von Dr. med. Petra Hopf-Seidel habe ich eine Ärzteliste gefunden, in der ein Arzt in meiner Umgebung aufgeführt ist, Allgemeinmediziner Klaus Peper in 55546 Fürfeld. Ich habe sofort angerufen und einen Termin vereinbart. Die Kosten über 105 Euro für dieses Informationsgespräch muss ich selbst tragen. In Zeiten von knappen Kassen keine schöne Aussicht, vor allem da ich davon ausgehe, dass es so weiter gehen wird.
Auf der Homepage des Borreliose und FSME Bund Deutschland e. V. finde ich eine Selbsthilfegruppe in Worms. Leider habe ich den Termin für das Treffen diesen Monat um einen Tag verpasst. Telefonisch erkundige ich mich bei Frau Rita Breßler (06241 53340) über die Selbsthilfegruppe und erfahre darüber hinaus noch einiges mehr. Ich fasse endlich neuen Mut. Es gibt noch mehr Menschen, die im Stich gelassen werden mit ihren Zweifeln. Aber dafür gibt es sie ja, diese Selbsthilfegruppen!

Ferner finde ich auf der Seite www.bfbd.de die Information, dass am selben Abend jemand telefonisch zur Verfügung steht. Nachdem ich mit den Kindern noch zu tun habe, kann ich es kaum abwarten gegen halb sieben an der Strippe zu hängen und dort anzurufen. Ich werde nervös, da ich erstmal nicht durchkomme. Nach etwa 40 Minuten Gesprächsdauer bin ich noch reicher an Informationen. Viele meiner Selbstzweifel sind beseitigt, einige meiner Fragen sind nahezu beantwortet und so weiß ich, dass ich nun Schritt für Schritt weitergehen kann, da ich die Wege offeriert bekommen hab.

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