Krankengeschichte Borreliose 29 - Radtour mit Folgen? - Die unerkannte Krankheit von Zecken - Borreliose

Borreliose 24
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Krankengeschichte Borreliose 29 - Radtour mit Folgen?

( Geschichte neu verfasst )

Krankengeschichte Borreliose 29

Radtour mit Folgen?

Bei mir nahm die Borreliose einen sehr schweren Ver-lauf, der sich aber später betrachtet noch als Glücksfall erweisen soll. Die Krankengeschichte beginnt vor ein paar Jahren, als ich nachmittags im Wald mit meinem Fahrrad unterwegs war und eine Pause auf einer Bank einlegte. Der Verdacht liegt nahe, dass ich mir dort einen Zeckenstich eingefangen habe, doch davon gemerkt habe ich nichts. Als ich wieder zu Hause war, fing am Spätnachmittag die linke Hüfte zu jucken an. Zuerst dachte ich mir nichts dabei, aber als das Jucken schlimmer wurde, schaute ich mir die Körperstelle genauer an. Dort befand sich ein kreisrunder Ausschlag in der Größe eines 20 Cent Stückes. Keine 3 Stunden später war der Ausschlag 15 cm gewachsen

Im Wald lauern die Zecken und können Krankheiten wie z. B. die Borreliose übertragen

und es juckte und brannte wie verrückt und wurde auch noch knallrot. Abends erhielt ich per Zufall einen An-ruf von meinem Vater (der im Wald als passionierter Pilzsammler viel Zeit verbringt), mit dem ich über das Erlebnis im Wald sprach und dass sich ein Ausschlag gebildet hat. Obwohl mein Vater normalerweise der Ansicht ist, das wenn Beschwerden kommen, diese auch von alleine wieder weggehen, riet er mir in diesem Fall umgehend zum Arzt zu gehen, denn es könnte sich um einen infizierten Zeckenstich handeln. Und das wie gesagt von meinem Vater, der äußert ungern zum Arzt geht. Doch ich hatte Zweifel mit dem Zeckenstich, denn ich konnte keine Zecke entdecken. Aber es brannte und juckte die ganze Nacht, sodass ich nicht schlafen konnte.

Der Ausschlag war am nächsten Morgen noch mal um ein Drittel gewachsen. Also ging ich nach der Berufsschule sofort zum Arzt, weil mir der Ausschlag den letzten Nerv raubte. Außerdem kamen noch Müdigkeit, Konzentrationsstörungen und Kopfschmerzen dazu. Als der Arzt sich den Ausschlag ansah, hatte er sich am Oberschenkel,, Bauchgegend und die gesamte Hüfte ausgebreitet. Ich erzählte ihm, das ich die Beschwerden seit der Radtour hatte. Auf die Frage, ob mich eine Zecke gestochen hatte, musste ich verneinen. Auch bei genauerer Untersuchung der Einstichstelle waren keine Reste der Zecke zu finden. Daraufhin nahm er mir Blut ab und gab einen Borreliose Test in Auftrag, meinte aber, dass eine Borreliose durch die Wanderröte ersichtlich sei und der Test zur eigentlichen Diagnose nicht braucht.

So einen krassen Verlauf hatte der Arzt noch nie gesehen. Das Testergebnis des Borreliose Test würde in 14 Tage eintreffen, wobei wir sofort mit der Behandlung beginnen müssen, weil die Krankheit schnell und extrem voranschreitet. Der Arzt schrieb mich 14 Tage krank und gab mir ein hoch dosiertes Antibiotika, sowie zur Beschwerdelinderung ein desinfiziertes Kühlgel. Er fuhr fort, dass sich sogar die Symptome die nächsten 7 Tage verstärken könnten und ich mir deshalb keine Sorgen machen brauchte. Er sollte recht bekommen, denn die nächsten 7 Tage waren echt sehr schlimm. Ich habe am Tag so rund 20 Stunden geschlafen weil ich so k.o. war und wenn ich wach war, hatte ich Schlieren gesehen und hämmernde Kopfschmerzen. Außerdem konnte ich in der Zeit kaum was essen und auch nicht klar denken.

Nach 7 Tagen wurde es langsam besser und nach 14 Tagen konnte sich sogar wieder arbeiten gehen. Auch war das Testergebnis des Borreliose Test da, was natürlich positiv war. Es wurde gleich ein zweiter Borreliose Test gemacht, um die Anzahl der Bakterien zu bestimmen und wie weit die Behandlung geholfen hat. Außerdem verschreib er mir noch mal das Antibiotikum auf juhu :-(. 14 Tage später telefonierte ich mit meinem Arzt, der zwar einen Rückgang der Bakterien in dem Test sah, aber zur Sicherheit noch mal eine Auffrischung der Antibiotika Therapie für notwendig erachtet. Zwar habe ich nicht alles verstanden, was er mir den Bakterien erklärte, aber scheinbar sind die Borreliose Bakterien teilweise nur schwer zu erwischen. Deshalb will er auf Nummer sicher gehen, alleine schon wegen dem schweren Verlauf meiner Krankheit.

Nach 4 Wochen waren keine Bakterien mehr im Test zu erkennen, aber trotz musste ich noch 2 Wochen das Medikament weiternehmen. Es ist unglaublich, was ein Nachmittag im Wald für ein langes Nachspiel haben kann und außerdem war mir nicht bewusst, wie gefährlich so ein Zeckenstich sein kann. Bei Googlen musste ich außerdem feststellen, dass meine Borreliose noch glimpflich abgelaufen ist, im Vergleich zu vielen anderen Betroffenen.

Bei mir war es vermutlich ein Glücksfall, das der Ausbruch so heftig war, damit mein Arzt meine Krankheit nicht übersehen konnte. Ich möchte mir gar nicht vorstellen, wie es wäre, wenn diese Borreliose chronisch geworden wäre. Wahrscheinlich hätte ich dann nicht mehr viel zu lachen.

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