Krankengeschichte 38 - Borreliose durch Bremsenstich? - Die unerkannte Krankheit von Zecken - Borreliose

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Krankengeschichte 38 - Borreliose durch Bremsenstich?



Krankengeschichte Borreliose 38

Borreliose durch Bremsenstich?

Kein Zeckenbiss und trotzdem Borreliose? Aber ja! Es ist Jahre her, seit ich meine letzte Zecke eingefangen hatte. Zecken sind hier eher selten und offensichtlich mochten die wenigen Exemplare, die sich auf meinem Weg befanden, dann auch meinen Hund lieber als mich. Böse bin ich deshalb nicht; ich bin in einer Risikogegend aufgewachsen und meine Mutter und auch mein alter Hund haben sich dort eine Borreliose eingefangen. Aber: ohne Zeckenbiss keine Borreliose - oder etwa doch? Im Frühsommer dieses Jahres biss mich eine Bremse in den Oberschenkel. Sehr unangenehm, so etwas. Und vor allem dieser Biss hatte es in sich: die Stelle wurde rot, heiß, dick und juckte wie verrückt.

Vorsicht beim Gassi gehen mit dem Hund - Borreliose durch Zeckenbiss möglich!

An etwas wirklich böses dachte ich nicht. Über eine Woche dauerte es, bis es weg war - zwischenzeitlich verlor ich da auch etwas den Überblick, denn eine "Sommergrippe" legte mich flach. Aber dann war auch das ausgestanden und ich vergaß den Bremsenbiss.

Im August saß ich dann im kurzen Kleid auf dem Sofa als mein Mann herein kam und mich fragte, was ich denn da eigentlich für eine rote Stelle am Oberschenkel hätte. Ui, das war mir ja noch gar nicht aufgefallen! Ich begutachtete das ganze, beschloss, dass das vom Aneinanderreiben der Oberschenkel aneinander kommen musste bei der Hitze und hakte es erst einmal ab.

Aber der rote Kreis verschwand nicht, ganz im Gegenteil: er wurde größer und irgendwann war mir klar, dass ich mir da irgendetwas eingefangen haben musste. Ein Pilz vielleicht? Ich machte einen Termin beim Hautarzt.

Der schloss einen Pilz aus, fragte mich nach Zeckenbissen und ich verneinte: ich hatte schon ewig keine Zecke mehr. Doch der gute Mann kannte sich offensichtlich aus: ob mich etwas anderes an der Stelle gebissen oder gestochen hätte? Die Bremse kam mir wieder in den Sinn und er erklärte, dass auch Bremsen unter Verdacht stehen würden, Borreliose zu übertragen.

Mir wurde Blut abgenommen und eine Gewebeprobe entnommen. Dann bekam ich vorsorglich ein Antibiotikum verschrieben. Das Antibiotikum hatte ordentliche Nebenwirkungen: chronisch schlechte Laune, Kopfweh, Übelkeit, ständig war ich müde und k.o. Aber es half! Der Ring bildete sich nach wenigen Tagen zurück! Bei der Kontrolle 10 Tage nach dem ersten Arztbesuch bestätigte dann auch der Arzt, dass zwar im Blut noch keine Antikörper gefunden werden konnten, dass aber die Hautprobe eindeutig gewesen sei.

Mittlerweile habe ich das Antibiotikum zu Ende genommen und muss dann in ein paar Wochen noch einmal Blut abnehmen lassen um auszuschließen, dass sich die Borrelien nicht doch irgendwie festgebissen haben.

Alles in allem bin ich aber optimistisch: ich hatte Borreliose im ersten Stadium, da ist das wohl noch sehr gut zu bekämpfen. Ich habe außerdem einen kompetenten Arzt gefunden. Trotzdem finde ich es äußerst beunruhigend, dass offensichtlich nicht nur Zecken diese heimtückische Krankheit übertragen! Bei einem Zeckenbiss hätte ich eher an etwas in der Richtung gedacht.

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