Krankengeschichte 40 - MS gesichert oder doch Borreliose? - Die unerkannte Krankheit von Zecken - Borreliose

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Krankengeschichte 40 - MS gesichert oder doch Borreliose?



Krankengeschichte Borreliose 40

MS gesichert oder doch Borreliose?

Meine Krankengeschichte 2006 entwickelte sich in meiner linken Gesichtshälfte mit Sensibilitätsstörungen und Missempfindungen. Sie fühlte sich taub an, ebenso konnte ich kalt und heiß nicht unterscheiden. Ich suchte den Hausarzt auf, der mich zum Neurologen überwies. Das durchgeführte MRT zeigte keinen Befund. Man ging von Stress als Ursache aus. Die Symptome verschwanden nach einigen Wochen. 2009 bemerkte ich eine merkwürdige Schwäche im rechten Bein. Mein Knie knickte beim Laufen plötzlich ein, besonders beim Treppenlaufen abwärts. Ich bin einige Male sogar fast gestürzt. Die Schwäche verschwand nach einigen Wochen. 2010 in der Schwangerschaft entwickelten sich Sensibilitäts-störungen in der linken Körperhälfte. Sie fühlte sich richtig taub an und kribbelte unangenehm. Nachts schlief ich z. B. einmal auf einem Perlenohrring, ohne es zu merken. Aufgrund der Schwangerschaft konnte man kein MRT durchführen oder röntgen.

Wenn die Krankenschwester durch einen Zeckenbiss selbst an der Borreliose erkrankt ist

Man ging davon aus, dass das Kind auf einen Nerv drücken würde. Die Symptome verschwanden nach einigen Wochen. 2011, ein halbes Jahr nach der Geburt meines Sohnes, entwickelten sich wieder starke Sensibilitätsstörungen und Taubheitsgefühle in Armen und Beinen. Ich suchte den Hausarzt auf. Der überwies mich sofort in die Neurologie des örtlichen Krankenhauses. Mittags im Krankenhaus angekommen, folgten Blutuntersuchungen, eine (wirklich kurze) Anamnese, neurologische Untersuchungen ( Finger-Nase Test usw.) und spät abends ein MRT.

Nach 5 Stunden im Krankenhaus und ohne das Ergebnis der Blutuntersuchung abzuwarten, stellte man mir die Diagnose MS durch den diensthabenden Arzt, den ich vorher noch nicht gesprochen hatte! Sie sei nahezu 100%, da ich viele frische Läsionen im MRT-Befund hätte. Morgen sollte ich zur ersten Cortisoninfusion kommen und es würde eine Liquor (Hirnwasser) Entnahme erfolgen, um die MS zu bestätigen. Als der Liquor Befund (negativ) eine Woche später eintraf, hatte ich aber sowieso bereits die ersten Cortisoninfusionen erhalten. Die Diagnose MS war gesichert. Auch der Chefarzt diagnostizierte eine MS mit schwerem Schub.

Nach 5 Tagen ambulanter Cortisongabe verschlechterte sich mein Zustand. Es war mir unmöglich eine Gabel zu halten, den Hosenknopf zu schließen, zu schreiben oder mein Kind zu wickeln. Meine Hände waren komplett taub und annähernd komplett gelähmt. Ich wurde daraufhin stationär aufgenommen und nochmals mit der doppelten Menge Cortison behandelt. Im erneuten MRT zeigten sich Herde im Rückenmark. Mein Zustand besserte sich nicht sonderlich. Zu keinem Zeitpunkt fragte man mich nach einem Zeckenstich oder weiteren Symptomen. Nach der Entlassung wurde ich in eine 6 wöchige Reha Therapie überwiesen. Die Symptome bildeten sich sehr langsam und bis heute (ein halbes Jahr später) nicht vollständig zurück.

Leider hätte ich wohl etwas vom Schub "übrig behalten", so die Ärzte. Ich begann direkt im Anschluss an den Krankenhausaufenthalt mit der Basistherapie und Spritze mit Betaferon. Ein erneutes MRT 6 Monate nach Diagnose und Basistherapie zeigte wieder neue Herde im Gehirn. Ich sollte an eine MS Schwerpunktpraxis überwiesen werden, um eine Deeskalationstherapie einzuleiten. Meine MS sei besonders kompliziert und müsse dringend weiter behandelt werden, um weitere Behinderungen zu vermeiden. Inzwischen hatte ich ein Schwerbehindertenausweis mit 50%.

Ich stelle meine Diagnose zu keinem Zeitpunkt in Frage. Da ich selber Krankenschwester bin, kannte ich die Symptome und vertraute natürlich den Fachärzten einschl. dem Chefarzt der neurologischen Station des Krankenhauses. Außerdem hatte ich den Chefarzt mehrfach auf evtl. andere Ursachen als MS angesprochen, die er verneinte. Meine Tests auf Borrelien-Antikörper wären negativ. Durch Zufall erfuhr ich, durch einen Kollegen meines Mannes (selber Borreliose erkrankt und sehr aktiv in einer Patientenbewegung), über die häufige Fehldiagnose MS. Er stellte mir Informationsmaterial zur der Krankheit Borreliose zu Verfügung. Ich erkannte mich in so vielen Punkten wieder, dass ich begann, auf eigene Faust Informationen zu sammeln und das Internet zu durchforsten.

Plötzlich ergaben viele "Zipperlein", über die man sich sonst keine Gedanken macht, einen Sinn. Geschwollene Finger, die immer wechselten und von selber wieder abschwollen, Gelenkschmerzen vor allem morgens in den Knien, Ellenbogen und Fingergelenken, Fußschmerzen besonders an den Fußsohlen, nächtliche Schwitzattacken, Wortfindungsstörungen und Schreibstörungen einfachster Wörter, Hormonstörungen, Gewichtsprobleme, die ich mir nicht erklären konnte. Das laute knacken meiner Gelenke usw. Ich erinnerte mich an einen Zeckenstich mit Rötung Anfang 2006 der kurz mit Antibiotika behandelt wurde. Ich besorgte mir meine Befunde aus dem Krankenhaus und beschloss einen Borreliose Spezialisten aufzusuchen.

So hatte ich doch gelesen, dass z. B. eine frühe Antibiotikagabe die Bildung der Antikörper verhindern konnte. Waren deswegen evtl. meine Tests auf Borreliose negativ? Dieser machte eine ausführliche Anamnese (ca. 2 Stunden) und diverse Untersuchungen und äußerte den absolut dringenden Verdacht auf eine Neuroborreliose. Meine Befunde, meine Symptome und die Details aus der Anamnese ergaben ein eindeutig rundes Bild. Seiner Meinung nach haben die Ärzte fehlerhaft gehandelt und nach der sehr frühen Diagnose MS die Augen vor Alternativen verschlossen. Ein anschließender LTT-Test in einem Labor in Berlin bestätigte die aktive chronische Borreliose Infektion, die keiner seit 2006 bemerkte und in einer vermeidlich eindeutigen MS-Diagnose endete.

Leider glauben mein Hausarzt und der Neurologe dem Gutachten des MS Spezialisten nicht. Der LTT wäre nicht wissenschaftlich und sicher genug (obwohl inzwischen eine Studie vorliegt, die genau das beweist). Man habe aber großes Mitleid mit mir. So eine MS Diagnose sei eben schwer zu akzeptieren. Auf meine anderen Symptome wie etwa die Gelenkschmerzen ging niemand ein. Ich werde also weiter nach einem Arzt (mit Borreliose Kenntnisse) suchen müssen, der Kassenpatienten behandelt und die Antibiotika Empfehlungen meines Spezialisten umsetzt. In der Zwischenzeit bleiben mir nur naturheilkundliche Medikamente, um die weitere Ausbreitung der Borrelien zu verhindern.

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