Krankengeschichte 7 - Borreliose ohne Therapie - Die unerkannte Krankheit von Zecken - Borreliose

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Krankengeschichte 7 - Borreliose ohne Therapie

( Geschichte neu verfasst )

Krankengeschichte Borreliose 7

Borreliose ohne Therapie

Schon in der Kindheit hatte ich Zeckenstiche, insgesamt so ca. 15, wobei der letzte Stich 2002 / 2003 war. An eine Hautrötung (Wanderöte) kann ich mich nicht erinnern.


Frühjahr 2005

Etwa im Frühling bekam ich ein Unwohlsein, das ich auf den Stress im Beruf schob. Meine Symptome waren Schmerzen links unter den Rippen und Herzbeschwerden, wobei die Herzbeschwerden schon mit dem beruflichen Stress angefangen haben. Dazu kamen noch Konzentrationsschwierigkeiten, Denkschwierigkeiten, so das geistige Arbeit nur eingeschränkt möglich waren. Auch hatte ich abgenommen und hatte auch Zahnentzündungen.

November 2005
Ab da konnte ich noch nicht einmal mehr meine Halbtagstelle ausüben. Ich war so sehr Ausgezehrt, das ich den Beruf aufgeben musste.

Arzt Bericht

Dezember 2005

Jetzt bekam ich noch weiche Knie, starke Benommenheit und erhebliche Schwäche zu spüren, so dass ich mich nicht mehr auf den Beinen halten konnte. Es fühlte sich an wie ein Zusammenbruch und ich legte mich sofort ins Bett. Dazu gesellte sich ein piepsender hoher Ton, der mir das Gefühl gab, gleich Ohnmächtig zu werden. Alles Vibrierte und ein Surren am ganzen Körper, meine Lebensenergie schwindet zunehmend. Es war klar, ich war jetzt richtig schwer Krank.
Am nächsten Tag hatte ich folgende Symptome: Probleme beim Sprechen, Neurologische Probleme, Laufschwierigkeiten,  motorische Probleme, Kribbeln und Taubheitsgefühl in den Beinen, Füssen, Händen und Arme, Schwäche, Hörstörung,  Vergesslichkeit, Benommenheit bei leichter körperlicher Arbeit, Sehstörungen, innere Kälte, aber keine Fieber.
Ich versuchte meine Körper selber wieder aufzubauen mit: kein Kaffee, kein Zucker, keine Computerarbeit, leichter Sport, kein Alkohol, gesunde und nährstoffreiche Ernährung, Gartenarbeit als private Reha.

Januar 2006
Ich ging zu meinem Hausarzt, der mich auf Borreliose untersucht, da ich schon viele Zeckenstiche hatte. Ergebnis: IgG-AK EIA von 115 E/ml (Banden bei p: 14,30,41,43,58,60, VIsE) Ich bekam eine Überweisung zum Neurologen, der mich sofort in das nächste Krankenhaus in die Neurologie überwiesen hat. Da kein Bett frei war, schicken Sie mich wieder heim. Sie würden Anrufen sobald ein Bett frei wäre.  
Zwischenzeitlich ging es mir durch die körperliche Gartenarbeit 10 - 20 Std wöchentlich besser. Ich hatte keine Schwäche mehr.   

Februar 2006
Jetzt 6 - 8 Wochen nach dem Zusammenbruch hatte ich richtige Schwitzattacken ohne Fieber. Durchnässte Schlafanzüge. Das ganze in Intervallen. 4-5 Tage kein Schwitzen - 6-7 Tage schwitzen. Das ganze ging 2 Monate lang.
Mein Bett im Krankenhaus war immer noch nicht frei, so das ich befürchte, dass die mich womöglich vergessen haben. Meine Sorge war, das ich auf keine Fall bleibende Schäden davon tragen wollte. Zwischenzeitlich hatte ich noch einen Zuckertest gemacht, der aber nur grenzwertig verlaufen war.

März 2006
Mittelweile sind 2 Monate vergangen seit der Einweisung ins Krankenhaus und nach mehreren Telefonaten mit der neurologischen Abteilung scheint immer noch nicht ein Bett frei zu sein. Ich gehe zu einem niedergelassen Neurologen, der eine Punktion machte. Liquor Antikörper: IgG 380 E (>200 positiv) und IgG AK ist grenzwertig. Seine Diagnose war - somatoforme Depression. Und das alles ohne dass ich Ihm erzählen könnte, was alles passiert ist. Sein Abschiedsgruß war mit den Worten." Haben wir nicht alle mal Probleme"

April 2006
Untersuchung beim Endokrinologen mit Hinweis auf eine Autoimmunerkrankung der Schilddrüse, allerdings sind die Hormonwerte normal.

Juni 2006
Mit dem Rauchen aufgehört, vorher ca. 8 Zigaretten am Tag

August 2006
Da ich meine Leben ändern möchte, begab ich mich auf Wohnung und Jobsuche, am liebsten in der Landwirtschaft, was aber eine Umschulung erfordert. Ich fühle mich Psychisch schlecht, wobei ich eigentlich eine Depression ausschließe, sondern vermutete, dass im Kopf irgendwas nicht richtig funktioniert. Beim Eignungstest zur Umschulung, riet mir der Psychologe einen Psychiater aufzusuchen, weil die Konzentrationswerte beim Test schlecht waren.

September 2006
Auf Wunsch der Agentur für Arbeit, begab ich mich in eine normale Psychiatrische Praxis, weil die empfohlene Praxis für Neurologie und Psychiatrie keinen Termin frei hatte. Der Psychologe sagte mir gleich, das ich hier falsch sei und als ich Ihm erklären wollte warum ich doch da bin, sagte Er mehrmals "Halten Sie den Mund". Im selben Monat machte ich noch ein MRT, aber ohne hauptsächlichen Befund. Auch hatte ich eine Untersuchung beim HNO. Dieser stellte einen Innenohrshochtonschaden fest. Mein Hausarzt will erst einmal die Borreliose abgeklärt wissen. Jetzt begab ich mich auf die Suche nach einem erfahrenen Experten in Sache Borreliose.

Oktober 2006
In diesen Herbst habe ich schon wieder 3 Zeckenstiche gehabt.  Mein Zustand hält sich stabil schlecht.

November 2006
Ich lasse mich nun von einem Osteopathen behandeln, da ich eine Blockade im Brustwirbelbereich spüre. Das hilft mir auf jeden Fall ein bisschen beweglich zu sein. Auch hatte ich einen Termin beim Neurologen, der auf Borreliose spezialisiert ist. Der ist erst einmal verwundert, dass ich so stabil geworden bin, ohne Antibiose. Der Bluttest (Westernblot) ergab: Borrelia-burgd. IgG AK ( ELISA)  840 E ( positiv>200) IgM negativ. Borr.-Westernblot IgG p41, p39, p34. In Absprache werde ich von Kollegen weiterbehandelt.

Die stellen folgende Diagnose: Lyme Borreliose Stadium 2
Therapieempfehlung: 4 Wochen Clarithromycin 500mg i.v. 1-0-0 + Clarithromycin 500 mg 0-0-1 + Cholestryramin + Mutaflor.

Mein Hausarzt möchte diese Therapie nicht machen und überweist mich in die Uniklinik. Dort bekomme ich folgende Therapieempfehlung Doxycyclin 200 mg oral über 2 Wochen.

Ich frage zur Sicherheit meine Borreliose Experten zu dem neuen Therapievorschlag der Uniklinik. Der meint, dass die Therapie mit großer Wahrscheinlichkeit nichts bringen wird. Aus seiner Sicht wäre das eine halbherzige Therapie. Jetzt erfahre ich auch meine Borrelien- Subtyp: Borrelia sensu strictor. Auch eine andere kostengünstige Therapie kann er mir nicht nennen.

Ich bin immer noch am Zweifeln, ob ich überhaupt die Antibiose Therapie machen soll, weil ich bedenken habe, wegen den Nebenwirkungen. Wahrscheinlich war es auch ein großer Fehler, nicht gleich nach dem Zusammenbruch zu einem Arzt zu gehen. Ich wollte erstmal altbewährte Heilmethoden anwenden und ging erst nach einem Monat zum Arzt. Ich hätte nie im Traum daran gedacht, dass die Symptomatik meiner Krankheit was mit Borreliose zu tun hat. Zwar hatte ich mich mal informiert, aber eine Neuroborreliose war mir bis dato nicht bekannt. Ich hatte die Borreliose auch deshalb ausgeschlossen, weil ich keine Gelenkbeschwerden bekam.



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